In der Ausstellung Graustufen zeigt die Berliner Künstlerin Silke Panknin installative und fotografische Arbeiten, die sie im Rahmen einer Residenz im Wallis entwickelt hat. Dort wurden die Gesteine, Klüfte, Fels- und Wassermassen der Saltinaschlucht zu ihrem Arbeitsgegenstand.

Grundlage und Ausgangspunkt für Panknins künstlerische Überlegungen bildet das Material Schiefer. Dabei bekommt der Schiefer die Funktion eines Platzhalters zugewiesen: Platzhalter für Denkanstöße, für Begebenheiten und Strukturuntersuchungen. Die so geöffneten Assoziationsräume erforscht die Künstlerin fotografisch, zeichnerisch und durch raum- und ortsbezogene Installationen.


Der Schiefer, den Silke Panknin in der Galerie Intershop als Wandarbeit zeigt, nennt sich „Blaues Gold“ und stammt aus dem Thüringer Geotop.

Im Dialog mit den filigranen Faltungen und Schichtungen der Schieferplatten steht eine Serie fotografischer Arbeiten. Die widersprüchliche Gleichzeitigkeit von Kraft und Fragilität, Unverrückbarkeit und Veränderlichkeit, die großen Gesteinsformationen innewohnt, wird hier anhand von Wasseroberflächen sichtbar gemacht.

In den gezeigten großformatigen Graphitzeichnungen sind die, dem Schiefer entlehnten, Formen aus ihren Zusammenhängen gelöst und muten in ihrer Abstraktion und Materialität wesenhaft an. Ähnlich wie die „hybride“ aus Fahrradschläuchen und PVC- Folie, die den Galerieboden besiedeln.

Die raumgreifende Installation aus Mörteleimern, Infusionsbestecken und Wasserflaschen, die von der Decke hängt macht den Aspekt der Zeitlichkeit, der in Panknins Arbeit zentral ist und in den anderen gezeigten Werken visuell verhandelt wird, als gleichmäßiges Tropfen hörbar. So verrinnen mit dem Verlauf der Ausstellung Wasser und Zeit.


Cara Venzke